Rezepte

Eggenburger Adventszauber

Weisser Nougat

Das nux gatum kam aus Persien über Griechenland und das Römische Reich zu uns. Es ist heute vor allem in Norditalien, Südfrankreich und der Iberischen Halbinsel verbreitet. Traditionellerweise süßt man Eischnee mit Honig und reichert die Masse mit Nüssen an. Besonders geschätzt wird der Nougat aus Montélimar, der einen besonders hohen Mandelanteil aufweist.

200g Nüsse wie Mandeln, Haselnüsse und Pistazien rösten. Ein Eiweiß mit einer Prise Salz und einem Löffel Zucker steif schlagen. 250g heller Rohrzucker mit 150g Honig und 50ml Wasser auf 143 Grad erhitzen. Diesen Sirup ganz langsam zum Eischnee dazugeben. Noch einige Minuten weiterrühren. Dann etwas Vanille und die Nüsse unterheben. Auf Eckige Oblaten schmieren und auskühlen lassen.

Kandierter Anis

Anis stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum. Neben seiner Verwendung für Gebäck, Bonbons und Spirituosen, war Anis früher eine verbreitete Opferspeise, die auch als Aphrodisiakum bekannt war. Besonders stark ist die Wirkung angeblich am Andreastag, also dem 30. November. Ebenso hilft das extrem aromatische Gewürz bei schlechten Träumen, Bösen Blicken, Bauchgrimmen und Husten.

Einen Zuckersirup mit 60ml Wasser und 100g Zucker auf 110 Grad erhitzen. In eine flache Pfanne zwei Teelöffel Anissamen geben, den Sirup teelöffelweise dazugeben. Dabei immerzu rühren und die Körner voneinander lösen. Je mehr Zuckerschichten, desto größer werden die Bonbons.

Dattelbusserl

Auch wenn die Trapp-Familie in den Vereinigten Staaten mittlerweile weitaus berühmter ist als in ihrer Heimat, so spielt der „Sound of Music“- Tourismus für Österreichs Wirtschaft heute eine nicht ganz unbedeutende Rolle. Dass es die Trapps wirklich gab, ist bekannt. Dass sie auch eine Köchin hatten, deren Rezepte überliefert sind, wissen nur wenige. Die Enkelin von Johanna Raudaschl hat 2007 ein Kochbuch publiziert, aus dem dieses luftige Gebäck stammt.

Zwei Eiklar mit etwas Salz steif schlagen und 140g Zucker einrühren. Je 140g gemahlene Mandeln und gewürfelte Datteln unterheben, auf kleine Oblaten setzen und bei 170 Grad etwa 15 Minuten backen.

Gewürzbrot

Honigbrot wurde schon von den Alten Ägyptern gegessen. Ebenso im Chinesischen Kaiserreich.  Im Mittelalter brachten die Kreuzfahrer das Rezept aus dem Orient auch in den Okzident und erweiterten es. So entwickelte sich schließlich ab dem 14. Jahrhundert vor allem im französischen Reims eine starke Fraktion der Gewürzbrotbäcker. Sie fertigten Ihr Brot traditionell aus einem Sauerteig mit Roggenmehl, Honig und Gewürzen an.

Für ein großes Kastenbrot oder fünf kleine Brote mischt man 250g Roggenmehl mit ein bis zwei Teelöffeln Natron und ungefähr 20g Gewürzen wie Zimt, Anis, Nelken, Muskatnuss und Ingwer. Dann erwärmt man 250g Honig mit 180ml Wasser und mischt das kurz unter die Mehlmischung. In Formen 45-60 Minuten bei 160 Grad backen.

Um Zanzarelli zu machen

Um zehn Schalen zu machen: Nimm acht Eier, ein halbes Pfund geriebenen Käse und Semmelmehl, dann vermenge diese Dinge miteinander. Nimm einen Kessel mit Fleischbrühe, die von Safran gelb gefärbt ist, und setze ihn aufs Feuer. Wenn sie zu kochen beginnt, gib diese Masse hinein und rühre einmal mit dem Löffel um. Und wenn Dir scheint, dass all dies dick ist, nimm den Topf vom Feuer und fülle die Schalen. Dann streue Gewürze darüber.

(Rezept aus: Maestro Martino: Libro de arte coquinaria, ed. von Emilio Faccioli, in: Arte della cucina. Libri di ricette. Testi sopra lo scalco, il trinciante e i vini dal XIV al XIX secolo, I. Mailand 1966. Zitiert nach „Die Kochkunst des Mittelalters. Ihre Geschichte und 150 Rezepte des 14. und 15. Jahrhunderts, wiederentdeckt für Genießer von heute“, hrsg. von Odile Redon, Françoise Sabban und Silvano Serventi. Frankfurt/Main 1991.)

Wenn Du Ambrosia vom Huhn willst

Nimm die Hühnchen, zerteile sie, dann brate sie mit frischem Speck und einigen Ringen geschnittenen Zwiebeln. Wenn sie halb gar sind, nimm die Mandelmilch, verdünne sie mit Brühe und ein wenig Wein, setze sie mit den Hühnchen auf. Entferne vom Fett, was zu viel ist, gib mit dem Messer gehackten Zimt hinzu und wenige Gewürznelken. Und wann das fertig ist, gib gedörrte Pflaumen, ganze Datteln, einige gehackte Muskatnüsse und ein wenig Brotkrume hinzu, die geröstet, gut zerstampft und in Wein und Essig aufgelöst wurde. Diese Speise soll süß-sauer sein. Und achte darauf, dass die Datteln nicht aufplatzen.

(Rezept aus: Frammento di un libro di cucina del secolo XIV edito nel dí delle nozze Carducci-Gnaccarini, ed. von Olindo Guierrini. Bologna 1877. Zitiert nach „Die Kochkunst des Mittelalters. Ihre Geschichte und 150 Rezepte des 14. und 15. Jahrhunderts, wiederentdeckt für Genießer von heute“, hrsg. von Odile Redon, Françoise Sabban und Silvano Serventi. Frankfurt/Main 1991.)

Lombardische Schnitten – Auter maner leche lumbarde

Take fayre Hony, and clarify yt on the fyre tylle it wexe hard. The take hard yolkys of Eyroun & kryme a gode quantyte ther-to tyl it be styf y-now. An thenne take it vppe & ley it on a borde. Then take fayre gratyd Brede and pouder pepir & molde it to-gederys with thine hondys, tyl it be so styf that it wole ben lechyd. Then leche it. Then take wyne & pouder Gyngere, Canelle & a lytil claryfyid hony & late renn thorw a strayonur & caste this Syrip theron. When thou shalt serve it out instead of Clerye.

(Rezept aus: „Two Fiftheenth Century Cookery Books. Harleian MS 279 an Harleian MS 4016 with extracts from Ashmole MS 1439, Laud MS 553 and Douce MS 55“, ed. von Thomas Austin, Oxford 1964. Zitiert nach „The Medieval Cookbook“, hrsg. von Maggie Black. London 2015.)